Wohnungssuche: Mieten auf französisch

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Auf Haussuche in Frankreich

Mit diesem ersten Artikel zum Thema „Haus- und Wohnungssuche in Frankreich“ möchte ich erste Informationen zusammenfassen. Da wir vor unserer Auswanderung sehr viele widersprüchliche und unterschiedliche Infos im Web gelesen hatten, dient dieser Artikel nur zur groben Orientierung. Einzelne Themenbereiche werden später nochmals detaillierter aufgegriffen werden, denn in Frankreich ist vieles anders – auch die Suche nach einem Haus oder einer Wohnung zum Anmieten. Dabei muss man bereits die ersten Hürden bei der Auswanderung nehmen. Wer sich nach einem Mietobjekt umschaut, steht nämlich direkt vor den ersten Schwierigkeiten, weil man ein Bankkonto sowie einen Bürgen braucht und Wohnsteuer zahlen muss. Freie Wohnungen und Häuser gibt es genug und je nach Region finden sich tolle Objekte, die auch bezahlbar sind. Aus eigener Erfahrung heraus können wir raten, schon bei der Besichtigung wichtige Unterlagen dabei zu haben. Hilfreich sind beispielsweise:

  • Arbeitsvertrag
  • Einkommensnachweise von mind. 3 Monaten
  • Steuerbescheide

Lebt man bereits in Frankreich, sollten weitere Dokumente mitgenommen werden, die man hier benötigt. Auswanderer stehen hier vor einer gewaltigen Schwierigkeit.

Bankunterlagen
Bankunterlagen

Nachweise die man nicht hat, aber braucht

Um die eigene Identität nachzuweisen, zählen hier in Frankreich Telefonrechnungen, Stromrechnungen, Bankkarten und ähnliche Belege mehr, wie etwa der Personalausweis in Deutschland. Als Möchtegern-Einwanderer hat man natürlich solche Belege aus Frankreich noch nicht. Insbesondere die Bankkarte ist hier sehr wichtig. Zwar könnte man theoretisch ein Bankkonto vorab eröffnen, jedoch muss man dafür eigentlich einen Wohnsitz in Frankreich sowie einen gültigen Mietvertrag, eine Telefonrechnung oder eine Stromrechnung vorweisen können. Sie sehen schon – es ist echt tricky. Es gehört also eine gehörige Portion Glück dazu, dass der mögliche Vermieter darüber hinweg sieht und trotzdem dem Mietverhältnis zustimmt oder der Bankangestellte trotzdem ein Bankkonto eröffnet, obwohl man noch nicht in Frankreich wohnt.

Bürgschaft benötigt

Eine weitere große Hürde für die Wohnungssuche und den Abschluss eines Mietverhältnisses ist der Bürge. Ein Garant muss die Bürgschaft übernehmen, falls der Mieter aus irgendwelchen Gründen nicht mehr seine Miete aufbringen kann. An den Bürgen werden fast noch höhere Ansprüche gestellt, wie an den Mieter selbst. Der Wohnungs- oder Hausmieter muss mindestens das 3-fache der Miete verdienen. Netto, versteht sich. Damit der Bürge im Notfall im Rahmen der Bürgschaft einspringen kann, muss er mindestens das 4-fache der Monatsmiete verdienen. Klar, es muss ja noch etwas übrig bleiben, wenn der Garant einspringen muss.

Bürgschaftsinstitute in Frankreich

Als Mietgarant muss man selbst Bürger Frankreichs sein und darf nicht mit dem Mietinteressenten für Haus oder Wohnung verwandt sein. Das alles macht es dem Mietinteressenten bei der Wohnungssuche also gar nicht leicht, denn wer bürgt schon für einen Ausländer? Auswanderungswillige, die keine Freunde in Frankreich kennen, die auch zur Übernahme einer Bürgschaft bereit sind, haben es somit sehr schwer. Es gibt jedoch Institute, die als gewerbliche Bürgen einspringen. Damit haben wir keine Erfahrungen gemacht, doch ich werde mich näher dazu informieren und darüber schreiben, sobald ich Näheres in Erfahrung bringen konnte. Die Wohnungssuche auf französisch wird uns sicher hier im Blog noch so einige Male beschäftigen.

Es scheint Ausnahmen zu geben

Allerdings habe ich dazu auch abweichende Angaben gefunden. Teilweise habe ich gelesen, dass nur dann eine Bürgschaft von Nöten sein soll, wenn das Einkommen unter einer bestimmten Grenze läge. Überwiegend liest man im Internet jedoch, dass generell Bürgschaften bei der Wohnungssuche in Frankreich verlangt werden, es aber einzelne private Vermieter gäbe, die auf den Garanten verzichten.

Mietvertrag in Frankreich
Mietvertrag in Frankreich

Mieten in Frankreich

Ein Haus oder eine Wohnung in Frankreich anzumieten, ist das eine. Die ganzen Dinge drum herum sind das andere. Üblich ist eine Monatsmiete Kaution. Diese ist, wie man es auch aus Deutschland kennt, mit der ersten Miete zu zahlen. Alles wird im Mietvertrag (Contra de bail) geregelt und selbstverständlich gibt es auch ein Übergabeprotokoll vor dem Einzug. Meist sind die Mietverhältnisse zeitlich befristet.

Französische Wohnsteuer

In Frankreich gibt es die Wohnsteuer. Wer am 1. Januar eine Wohnung oder ein Haus angemietet hat, muss die taxe d’habitation zahlen, die sich ungefähr in Höhe einer Monatsmiete pro Jahr belaufen soll. Wandert man erst nach dem Neujahrstag aus, muss die Wohnsteuer für das laufende Kalenderjahr nicht bezahlt werden. Der Bescheid für die taxe d’habitation ergeht in Oktober bzw. November.

Da wir im August eingezogen sind, haben wir bislang noch nichts gehört, dass wir schon in diesem Jahr die Wohnsteuer zahlen sollen. Hoffentlich bleibt das so 😉

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