Französische Schule – Deutsche Kinder nicht erwünscht

facebooktwittergoogle_plusredditpinterestlinkedinmail

Französische Schule: Bilingual – aber Deutsch nicht erwünscht

Wir leben im Elsass. Diese Region bildet den östlichsten Teil Frankreichs und die Grenze verläuft unmittelbar an Merzig, Saarbrücken, Offenburg, Freiburg bis runter nach Basel. Dass man ausgerechnet in diesem Teil Frankreichs Rassismus und Deutsch-Feindlichkeit begegnet, hätten wir nicht erwartet – erst recht nicht in einer französischen Schule.

Es handelt sich um eine französische Schule, die bilingual unterrichtet, deutschsprachige Kinofilme mit den Klassen besucht und deutsch-französischen Schüleraustausch pflegt. Eine Bildungseinrichtung, in der Halle die Menschenrechte an einer Tafel angeschlagen sind. Bitte behalten Sie diese wichtigen Punkte beim Lesen stets im Hinterkopf.

Wir wohnen im wunderschönen Elsass, dessen Verwaltungssitz in Strasbourg liegt. Strassbourg – die Stadt, die zugleich Sitz des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte ist.

Hier heißen Ortschaften zum Beispiel

  • Hochfelden
  • Schiltigheim
  • Westhoffen
  • Grendelbruch
  • Forstheim
  • Durrenbach
  • Mertzwiller
  • Waldhambach
  • Drulingen
  • Schalbach

„Durch seine Lage an der Grenze des Deutschen Reiches zu Frankreich wechselte das Elsass seit dem 17. Jahrhundert mehrfach seine politische Zugehörigkeit zwischen Frankreich (F) und deutschen Staatenverbänden (D): von (D) 1648/1798 nach (F), 1871 (D), 1918 (F), 1940 (D), 1944/45 (F).“

(Quelle: Wikipedia)

Freilich könnte man jetzt darüber diskutieren, wer wem freundlich oder weniger freundlich im Grenzgebiet begegnet ist – irgendwann einmal in der Historie. Doch wir leben in einer globalisierten Welt, im modernen Europa – in welchem man sich „Freunde“ nennt.

Begegnet uns im Elsass Rassismus?

Wenngleich unsere Ortschaft teilweise sehr freundschaftlich uns aufgenommen hat, kann dieser Eindruck von uns nicht verallgemeinert werden. Schon gar nicht, was die französische Schule angeht, die bilingual unterrichtet. Deutsche Kinder scheinen nicht gerne dort gesehen zu werden. Obwohl sie gerne in diese Schule gehen und vieles dort wesentlich besser als in Deutschland finden.

Erste Probleme gab es bereits bei dem Versuch der Einschulung. Schon kurz nach der Beschulung sehen wir uns gezwungen, uns ernsthaft mit der Frage auseinanderzusetzen, ob wir uns mit Rassismus konfrontiert sehen.

Nahezu alle Erwachsenen sprechen hier Deutsch bzw. Elsässisch – eine Sprache, die wie ein Mischmasch aus Deutsch und Französisch klingt. Die französische Schule lehrt die deutsche Sprache, wie man in Deutschland Englischunterricht lehrt. Somit können fast alle Kinder zumindest etwas Deutsch. Mitunter und zu unserem Bedauern auch so Sätze wie:

Mein Vater ist Adolf Hitler!

Sehr befremdlich, so eine Aussage aus dem Mund eines Kindes zu hören, denn dies ist weder rühmlich noch wäre dies eine erstrebenswerte Abstammung.

Französische Schule - Deutsche Kinder unerwünscht
Französische Schule – Deutsche Kinder unerwünscht

Elterngespräch – Von Nicht-Wollen und Nicht-Können

Auswandererkinder brauchen Eingewöhnungszeit

Das Erledigen der Hausaufgaben gestaltet sich nicht ohne Probleme. Obwohl in vielen Fächern deutsche Schulkinder der Realschule thematisch weiter sind, lassen sich Hausaufgaben nicht einfach erledigen, wenn die notwendigen Sprachkenntnisse fehlen. Übersetzungstools werfen oft mehr Fragen auf, als dass sie helfen. Dass es im Schulalltag anfangs nicht reibungslos zugehen würde, war absehbar und ist absolut normal bei jeder Auswanderung. Kids brauchen eine gewisse Zeit, bis  sie sich in die französische Schule integriert und eingefunden haben.

Schulverweis – eine bequeme Lösung?

Das erste Elterngespräch ließ nicht lange auf sich warten. Per Telefonanruf wurde ich am ersten Tag nach den Herbstferien herbeizitiert – natürlich auf Deutsch!

Können Sie morgen in die Schule kommen?

Keine drei Wochen, nachdem meine Kinder die französische Schule erstmals besuchten. Die Kinder müssten dringend Französisch lernen und dürften sich nicht weigern, die Sprache anzuwenden. Es wäre ja nicht so, dass sie durch das Erlernen der französischen Sprache ihre Wurzeln leugnen müssten.

Wir sind ganz sicher nicht nach Frankreich ausgewandert, weil wir patriotisch denken. Wird jetzt das Lernen der Sprache seitens des Lehrkörpers zum Politikum gemacht?

Tribunalsgleich sahen sich die Kids von 3 Lehrkräften im Elterngespräch verurteilt, bestraft und als nicht integrationswillig.

Der Bereitschaft und den Bemühungen der Kids, sich sehr intensiv auf den Sprachunterricht einzulassen, für den ich übrigens eine Privatlehrerin bezahle, wurde kaum Aufmerksamkeit und Interesse geschenkt. Es würde hier kein Deutsch gesprochen.

Die französische Schule wolle meinen Sohn und meine Tochter nicht mehr unterrichten, wenn sie sich weiterhin weigern würden, Französisch zu sprechen.

Aus dem französischen Schulalltag
Aus dem französischen Schulalltag

Schulalltag – lässt keinen Rahmen zum Lernen

Schüler haben in Frankreich Ganztagunterricht. Um 7:55 Uhr fängt der Unterricht an, um 16:45 Uhr endet er. Außer mittwochs. Da endet die Schule um 11:56 Uhr. Aufgrund der Infrastruktur dauert die Busfahrt zur Schule und zurück jeweils eine halbe Stunde. Im Anschluss müssen Hausaufgaben gemacht werden.

Fallen Schulstunden aus, können die Schüler nicht früher nach Hause, denn der Schulbus fährt nur ein Mal hin und ebenso nur ein Mal zurück – zu den festen Zeiten.

Konkret heißt das: Wir stehen morgens um 6:30 Uhr auf, frühstücken, ich mache Schulbrote, die Kids ziehen sich an, treten den Schulweg an, kommen abends gegen 17:30 Uhr zurück, machen 1-2 Stunden Hausaufgaben, dann gibt es Abendessen und schon müssen sie ins Bett, um am nächsten Tag fit zu sein.

Der Schultag beginnt somit um 6:30 und endet etwa um 19:30 Uhr.

Die französische Schule zu besuchen, heißt also: Kinder haben einen Arbeitstag von mindestens 13 Stunden!

Das Zeitfenster, um im Privatunterricht bei einer sehr engagierten und tollen Privatlehrerin Französischunterricht zu nehmen, ist durch den Schulalltag somit äußert knapp bemessen. Es bleibt lediglich der Mittwochnachmittag – der einzige Tag, an dem die Kids etwas Freizeit hätten. Sie lieben den privaten Sprachunterricht und freuen sich sehr, wenn der Mittwoch naht.

Gemeinsam hören wir am Abend französische Lieder, lernen die Liedtexte, blättern Werbeprospekte, um alltägliche Begriffe kennenzulernen, haben Kontakt mit Einheimischen und nutzen fast ständig Wörterbücher und Übersetzertools, so dass man von Verweigerung oder mangelndem Integrationswillen wahrlich nicht sprechen kann.
Einfach Sprachen lernen mit Babbel

Lernen braucht Zeit – ist das nicht erlaubt?

Selbstverständlich gebührt es sich als Ausländer/Einwanderer, sich die Landessprache anzueignen. Dies ist einerseits eine Frage des Respekts, andererseits ist es sehr hilfreich, um alltägliche Dinge wie etwa das Ausführen einer Überweisung problemlos erledigen zu können. Fernab von praktischen Gründen möchten wir als Einwanderer uns schnellstmöglich hier heimisch fühlen. Dazu gehört auch unsere Bereitschaft, die Landessprache zu lernen. Das tun wir freiwillig. Dafür brauchen wir keine Disziplinierung durch eine französische Schule, die selbst kommuniziert, man sei „bilingual“.

Viele Schüler werden Grenzgänger

Deutsche Kinder haben auch im Elsass gefälligst die Landessprache fließend zu beherrschen – und dürfen nicht Deutsch sprechen. Wenngleich die französische Schule bilingual ist und viele ihrer Schüler später als Grenzgänger in Deutschland arbeiten werden.

Vorteile von Deutschland im Elsass willkommen

Selbstverständlich nutzen viele Franzosen aus dem Elsass die günstigen Einkaufsmöglichkeiten in Deutschland. Vieles ist in der BRD nämlich viel billiger erhältlich, so dass sich eine Autofahrt über die Landesgrenze finanziell lohnt. Genauso gerne sieht man Firmen aus Deutschland, die sich im Elsass ansiedeln oder sich an Elsässer Unternehmen beteiligen und somit für Arbeitsplätze sorgen.

Eigene Herkunft verleugnen?

Obwohl viele Lehrer Namen deutscher Herkunft tragen, in Deutschland studiert haben und deutsch sprechen können, tut man es nicht. Glücklicherweise gibt es doch einige Ausnahmen, die dankbar Erwähnung finden sollen. Ich weiß dies sehr zu schätzen und freue mich über diese.

Der Lehrkörper sieht sich als professionell. Lehrer werden als „Professeur“ angesprochen. Es wäre einfach, deutsche Kinder, die neu in die französische Schule im Elsass kommen, bei der Einfindung zu unterstützen.

Der Lehrstoff hinkt dem in Deutschland hinterher, so dass meine Kinder ihm problemlos folgen könnten. Wenn nicht noch die sprachliche Hürde wäre. Derzeit geht es beispielsweise im Mathematik-Unterricht um Geometrie. Diese dürfte als Naturwissenschaft sprachunabhängig vom Inhalt gleich sein. Doch wie soll ein Schüler eine Textaufgabe lösen, wenn er den beschreibenden Text aufgrund der Sprachbarriere nicht versteht?

Ein Schüler könnte selbstverständlich den Professeur fragen. Doch wie, wenn das Kind noch keine ausreichenden Sprachkenntnisse der Landessprache abrufen kann?

Theoretisch wäre es denkbar, dass deutsche Kinder im Elsass den Lehrer auf Deutsch fragen könnten, wenn sie eine Aufgabenstellung noch nicht eigenständig übersetzen können. Schließlich sind viele Lehrer deutscher Abstammung, können zumindest Deutsch.

  • Es wäre professionell, wenn diese Starthilfe geleistet würde.
  • Es würde beim Erlernen der Fremdsprache hilfreich sein.
  • Es würde den Kids helfen, den Anschluss an den Lernstoff nicht zu verpassen.
  • Es wäre ein Zeugnis dafür, dass Lehrer nicht nur Beruf, sondern auch Berufung wäre.

So „bilingual“ will man nicht sein, während der Lehrkörper im Elterngespräch davon spricht, bei der Integration deutsche Kinder im Elsass unterstützen zu wollen.

Im besagten Elterngespräch begleitete mich der Mann meiner Freundin. Er selbst ist gebürtiger Franzose. Bequem. So war ER der Ansprechpartner – nicht ich. Dabei hatte ich das Gefühl, dass man meinen deutsch gesprochenen Worten sehr gut folgen konnte. Leider nicht wollte. So war das Dolmetschen notwendig.

Französische Schule hat Lösung parat

Zugegeben. Im Unterricht auf einzelne Schüler einzugehen und ihnen bei dem Bewältigen des Schulstoffs individuelle Hilfestellungen zu geben, bedeutet ein Mehraufwand für die Lehrer. Dem Kraftaufwand und der Leistung, welche deutsche Kinder erbringen, um möglichst schnell die Landessprache zu erlernen, muss man keinerlei Beachtung und Respekt erweisen. Ganz bestimmt nicht nach drei Wochen Beschulung sur l’art français.

Ebenso wenig zollt man der Mutter Respekt, die u. a. wöchentlich viel Geld dafür ausgibt, deutsche Kinder beim Erlernen der französischen Sprache zu unterstützen.

Mit einer „tollen“ Lösung wartet die französische Schule auf. Wenn mein Sohn und meine Tochter nicht ruckzuck Französisch

lernen und es nicht unterlassen, an der Elsässer Schule Deutsch zu reden, werden sie von der Schule geschmissen und müssen in eine Bilang-Schule, wo man – so habe ich gehört – gerne Ausländerkinder hin abschiebt. Dort findet der Unterricht teilweise auf Deutsch statt. Vielleicht könnten sie zurückkehren, wenn die Sprachkenntnisse ausreichen würden.

Diese französische Schule würde bedeuten, dass der Schulweg 1,5 bis 2 Stunden betrüge. Wodurch die Kids einen Schultag von etwa 16 Stunden haben würden.

Gute Lernerfolge trotz Hürden

Andere Länder, andere Sitten. Vom Ganztagsunterricht wussten wir vor der Auswanderung. Es war uns bewusst, dass meine Kids es anfangs nicht leicht haben würden und sie viel Fleiß mitbringen müssen, um schnell Französisch zu lernen. Dies tun sie und sowohl unsere Privatlehrerin und ich finden die bisherigen Erfolge sehr gut. Die beiden machen großartige Fortschritte.

  • Wochentage
  • Monate
  • Zahlen (fast beliebig weit)
  • Schulmaterial
  • die meisten Lebensmittel
  • wichtigste Begriffe aus dem Schulalltag
  • Höflichkeitsformeln
  • diverse einfache Sätze
  • und noch mehr

beherrschen meine beiden inzwischen recht sicher und sie sind weitestgehend mit den gängigen Übersetzungstools vertraut. 3 Monate nach der Auswanderung, 3 Wochen nach der Einschulung in die französische Schule hier im Elsass.

Mit jedem Tag wächst der Wortschatz und die Freude am Sprachenlernen ebbt nicht ab.

Obwohl die Hürden, die man ihnen in den Weg legt, für so manche Frustration sorgen, bleiben mein Sohn und meine Tochter engagiert und lassen sich nicht auf ihrem Lernweg beirren.

Bitte draußen bleiben
Bitte draußen bleiben

Mein Fazit zum ersten Elterngespräch

Freie Meinungsäußerung – ein Grundrecht

Es hat mich einige Überlegungen gekostet, ob ich meine Eindrücke über die französische Schule und das Schulsystem veröffentliche. Prinzipiell hatte ich Bedenken, ob ich mich als Einwanderer kritisch und vor allem derart deutlich äußern darf. Schließlich sind wir von Deutschland nach Frankreich ausgewandert, weil wir es hier lebenswerter finden als in unserem Heimatland.

Der offizielle Geist Europas, Demokratie und Menschenrechte – die übrigens in der Schule meiner Kinder aushängen – erlauben es mir, meine Meinung zu äußern.

Diskriminierung und Rassismus in Frankreich

Als Auswanderer verfolgen wir die Asylpolitik in Deutschland, die derzeit große Wogen schlägt. Flüchtlinge werden von vielen Deutschen kritisch gesehen und es gibt auch rassistische und rechtsradikale Stimmung. Es gibt aber auch die (kritisierte) Gastfreundschaft, die man Asylanten entgegenbringt. Luxusunterkünfte werden aufgekauft und millionenschwer werden z. B. Hotels und Schlösser aufgekauft und renoviert, um Flüchtlingen Unterkunft zu bieten. Putzfrau, Küchenpersonal usw. sind inklusive.

Dies ist meiner Meinung nach außerordentlich gastfreundlich und es ist keinesfalls rassistisches Denken, wenn ich die Ansicht vertrete, dass die Form von Gästen ihre Toiletten, Duschen und Unterkünfte selbst sauber und ordentlich halten können. Ebenfalls ist es zumutbar, dass Ausländer in Deutschland die Sprache erlernen und sich an die Regeln und Gesetze ihres Gastlandes halten.

Die kulturellen Unterschiede zwischen Europäern und Flüchtlingen/Asylanten sind gravierend, was letztlich zu Konflikten und oft auch zu Diskrimierung und Rassismus führt.

Nun bin ich selbst Ausländerin. Aber kein Flüchtling, kein Asylant. Ich bin mit meinen Kindern nicht in einen anderen Kulturkreis eingewandert, sondern wir leben als Europäer in Europa. In Frankreich. 30 Kilometer von Deutschland entfernt. Im Elsass – wo man Deutsch spricht. Hier im Elsass gibt es zahlreiche deutschklingende Ortschaften und fast jeder, der von hier kommt, trägt einen deutschklingenden Nachnamen.

Trotzdem fühlen wir uns nicht willkommen und auch nicht angenommen, was die französische Schule, die bilingual unterrichtet, betrifft. Meine Kinder, deutsche Kinder, werden hier als

Scheiß Deutsche!

tituliert und ein Schüler findet es scheinbar lustig, sich selbst als Kind von Adolf Hitler zu bezeichnen.

Auf mich wirkten viele rassistischen und diskriminierenden Einstellungen schon in Deutschland sehr befremdlich.

Doch niemals begegnete mir ein solcher Rassismus im grenznahen Gebiet, aus dem ich gebürtig stamme. Dort war es hüben wie drüben üblich, in friedlichem Miteinander zu leben und jede Seite nutzte die Vorteile als Grenzgänger und man legte Toleranz und Akzeptanz gegenüber den Nachbarn an den Tag.

Was meine Kinder im Schulalltag erleben und ich bei Begegnungen und im Kontakt mit den Professeurs der Schule erleben, hat eine negative Qualität und in einem modernen Europa nichts zu suchen.

facebooktwittergoogle_plusredditpinterestlinkedinmail

3 thoughts on “Französische Schule – Deutsche Kinder nicht erwünscht

  1. Was soll man dazu sagen? Toleranz und Hilfsbereitschaft sind wohl nicht allen gegeben. Dass man die Amts- und Umgangssprache eines Landes lernt und beherrschen muss, ist selbstverständlich, aber man darf durchaus erwarten, das gerade Lehrer anfänglichen Problemen verständnisvoll und hilfsbereit begegnen. Und dass sie die persönliche Situation der betreffenden Schüler respektieren. Ich bin Lehrer – in Deutschland – und es käme mir nicht in den Sinn, meinen Schülern nichtdeutscher Muttersprache in der Schule zu verbieten mit anderen Schülern, die die gleiche Muttersprache sprechen, deren Gebrauch zu verbieten. Im Gegenteil, wenn ein Schüler mit deutschsprachigen Aufgabenstellungen Probleme haben sollte, dann darf selbstverständlich ein Mitschüler in seiner Muttersprache helfen. Die Unterrichtssprache ist bei mir natürlich Deutsch, aber untereinander – in Pausen – dürfen und sollen sie sprechen, wie sie das möchten und wenn es dem Unterrichtszweck dient ist auch fremdsprachige Hilfe erwünscht.
    In unserem Europa ist Mehrsprachigkeit ein unschätzbarer Vorteil. Geben sie den nicht auf, geben sie ihn an ihre Kinder weiter.

  2. Ihren Artikel über die Erfahrung deutscher Schüler in Frankreich – und besonders im historischen deutschsprachigen Gebiet Elsass – las ich mit großem Interesse. Es tut mir Leid sagen zu müssen, dass nichts darin mich überrascht hat. Es ist allerdings zu erwarten, dass wenn man im Ausland wohnt, man sich verpflichtet fühlen sollte die einheimische Sprache zu erlernen. Aber das schafft man nicht in einer Nacht und man hätte erwarten sollen, dass es heutzutage in frz. Schulen die Mittel und Lehrkräfte geben sollte, die mit dieser Aufgabe helfen können. Aber so flexibel ist das System in Frankreich nicht. Die Lehrer und Lehrerinnen bekommen die Richtlinien und Lehrpläne vom Staat und – Punkt. Es ist einem Tischler ähnlich, der darauf besteht immer den selben Tisch zu bauen, auch wenn er für die Familie oder das Zimmer zu groß oder klein ist. Es ist schade, dass man so eine engstirnige Mentalität und Einstellung findet. Ich habe als Engländer die selbe Erfahrung, denn in den letzten Jahrzehnten habe ich mehrmals als Deutsch- und Französischlehrer versucht Schüleraustausche zu führen oder gründen. Mit Deutschland hatte ich fast nie Probleme. Wir waren immer willkommen. Mit Frankreich hatten wir fast immer Probleme. Wir waren als Lästige betrachtet. Dasselbe erlebt man, wenn man nicht gerade sprachfähig ist und dahin reist. Wenn man in Deutschland versucht ein paar Worte auf deutsch zu sprechen, wird herzlich begrüßt und komplimentiert. In Frankreich habe ich den Eindruck, man versteht schon, oder könnte mit Mühe verstehen, aber tut als wäre alles unverständlich. Ich will die Sache nicht zu Lasten Frankreichs zu sehr verallgemeinen – in beiden Ländern habe ich auch freundliche Leute kennengelernt, aber was ich geschrieben habe, ist schließlich meine Erfahrung, die auch mit der anderer Kollegen übereinstimmt.
    Ich wünsche Ihnen aber viel Glück, aber ich würde gerne wissen, woran Ihre Bewertung einer höheren Lebensqualität in Frankreich liegt!

  3. Warum unterrichtet ihr eure Kinder nicht zu Hause?
    Ist in Frankreich doch ohne Probleme möglich.
    Ich würde meine Kinder niemals für so viele Stunden ‚anderweitig ‚ unterbringen.
    Das ist doch kein Familienleben ….

    Wir haben vor ins Elsass zu ziehen, weil wir dort gemeinsam mit den Kindern zu Hause oder unterwegs oder überall wo wir sind ohne Vorgaben lernen können, ohne in einem Gebäude sitzen zu müssen
    So eine Freiheit sollte man nicht verschenken :)

Add Comment